(Bild: Der R4 in seinem natürlichen Habitat.)
Als ich meinen R4 im Januar 26 bestellt hatte, ging ich noch fest davon aus, dass das unser Zweitwagen wird und wir für lange Strecken den Verbrenner nehmen. Mit sinkender Reichweitenangst und steigenden Spritpreisen hat sich das aber schnell geändert. So sind wir jetzt auf großer Fahrt gewesen.
tldr: Die Eckdaten:
- Strecke: 2.700km
- Geladene Energie: ca. 500kWh
- Ladekosten: ca. 145,- Euro plus 11,99 für das Ionity Abo.
- Errechneter Verbrauch inkl. Ladeverluste: ca. 18,5 kWh/100km
- Angezeigter Verbrauch: 16,3 kWh/100km + 0,7 kWh/100km
- Fahrmodus: Praktisch nur Eco, ca. 80% Autobahn, dort fast durchgehend 115 km/h.
Die Strecke:
Schön früher sind wir mit dem Verbrenner bei Urlaubsfahrten selten mehr als 450km pro Tag gefahren. Die Reise soll ja der Erholung dienen. Entsprechend hatte ich auch für dieses Mal geplant.
Die Hinreise führte von Süddeutschland in die Camargue, mit einer Zwischenübernachtung in Beaune.
Zwei Ladestopps (39 Minuten und 9 Minuten) bis Beaune (410km), dort auf 80% geladen.
Zwei Ladestopps (21 Minuten und 18 Minuten) bis Arles (420km).
Im Arles hatten wir zwei Übernachtungen mit Zeit für Sightseeing und einen Ausflug durch die Alpilles und die Camargue (130km)
Am Abend vor der Abfahrt hatte ich im Hotel noch kostenlos auf 88% geladen.
Dann weiter zum endgültigen Ziel: Santa Susanna, Spanien (370km)
Zwei Ladestopps (17 Minuten und 24 Minuten).
Dort blieben wir für über eine Woche. Laden am Hotel war in der Parkgebühr inbegriffen.
Sind dort nur wenig gefahren. Akkustand zur Rückfahrt: 75%.
Wieder zurück Richtung Heimat fuhren wir erst mal bis ins Rhonetal (420km).
Zwei Ladestopps (25 Minuten und 37 Minuten).
Auch dort blieben wir wieder für zwei Nächte, machten eine Sightseeing-Rundfahrt und klapperten diverse Weingüter ab, um unsere Vorräte aufzustocken (ca. 100km).
Am Hotel hatte ich am Abend vor der Abfahrt noch kostenpflichtig (ca. 0,50 Euro/kWh) auf 66% geladen.
Noch einen weiteren Winzer besucht und dann die Heimfahrt angetreten, mit Zwischenübernachtung in Besancon.
Drei Ladestopps (28 Minuten, 24 Minuten und 22 Minuten) bis Besancon (420km), dort am Tesla Supercharger auf 73% geladen.
Drei Ladestopps (6 Minuten bei Fastned, 27 Minuten und 13 Minuten) bis nach Hause (330km), mit 30% Restladung anbekommen.
Fazit:
Alles gar kein Problem.
Die Strecke hatte ich grob mit ABRP geplant, dann je nach tatsächlichem Verbrauch zur nächsten sinnvollen Ionity-Station geroutet. Aus Bequemlichkeit fast ausschließlich an der Autobahn. Jetzt in der Nebensaison waren gerade die kleineren Ladestationen gut ausgelastet, aber ich habe bis auf einmal immer eine freie Säule gefunden.
Ladeprobleme gab es kaum. Einmal hatten wir eine Ladesäule mit Störung, nebenan ging es dann aber. Ein anderes Mal waren alle Schnellader belegt, dann sind wir halt an die 50kW-Säule ausgewichen, ging auch schnell genug.
Auf der Rückfahrt war bei Lyon war eine kleine Ionity-Station sehr überlaufen. Da wir nicht warten wollten, sind wir zur nächsten Ausfahrt weiter gefahren. und haben dort bei Tesla geladen.
Am letzten Tag war es morgens richtig kalt, weshalb ich die letzte Ionity-Station mit unter 10% anstatt der geplanten 15% erreicht hätte, da haben wir zwei Rasthöfe früher bei Fastned kurz für 10KwH zwischengeladen.
Was mir sonst noch aufgefallen ist:
"Sweet Summer Child": Da ich meinen R4 im April bekommen habe und somit bisher nur in der warmen Jahreszeit gefahren bin, bin ich wohl doch etwas verwöhnt, was den Verbrauch angeht. Wenig Autobahn, viel Stadtverkehr (Tempo 30), da steht den ganzen Sommer über ein Verbrauch im Bereich 12,x kWh/100km im Display. (Nettoverbrauch, da ich meist kostenlos beim Arbeitgeber lade, sehe ich die Bruttowerte nicht.)
Dennoch bin ich mit dem Verbrauch von 18,5 kWh/100km durchaus zufrieden. Auf Spritpreis umgerechnet wären das knapp ein Euro pro Liter Diesel. Zum Jahreswechsel fahren wir wieder nach Südfrankreich. Ich bin gespannt, wie der Verbrauch dann im Winter ausfällt
Insgesamt war die Reise entspannender als früher mit dem Verbrenner. Die Pausen haben wir nie als "Wartezeit" empfunden. Einmal durch den Supermarkt oder Raststätten-Shop geschlendert, kurz am Handy gescrollt oder schnell auf's Klo, dann war die Batterie meist schon voller als geplant.
Sichtungen:
Den ersten R4 haben wir tatsächlich erst in Arles gesehen. (Zugegebenermaßen sind wir bis dahin aber praktisch nur Autobahn gefahren.)
Einen zweiten R4 sahen wir in Spanien. Das war's. Dafür aber dutzende R5 in allen Farben und sogar drei blaue Alpine A290.