• Tag zusammen,

    mein erster Eintrag hier im Forum.

    Seit 5 Jahren verfolge ich das Thema v2g - jetzt endlich auch in D verfügbar - habe die Entscheidung für E-Auto extra so lange hinausgezögert. Jetzt muss ich feststellen, dass Autokauf zunächst mal Wahl eines Vertragsmodells voraussetzt.


    Meine Alternativen:

    • - Ford Explorer, DC-Wallbox, mit v2g Vertrag bei Octupus: bei 30 h Standzeit 30 € monatlich, Ladestrom 18 Cent günstiger
    • - R4 e-tech, AC-Wallbox, v2g Vertrag bei Mobilize, anscheinend nur Vergütung für Standzeit
    • - ID2 oder Skoda Enyaq, DC-Wallbox v2h Vertrag Elli, PKW Entladen begrenzt auf 10.000 kWh


    Hat einer die Mobilize Konditionen von Renault für D? Vorgabe 16 h Ladezeit täglich ist ja wohl etwas unrealistisch. Und der "getankte" Strom ist gerade mal 20 € günstiger gegenüber dem regulären Strompreis? Das ist lächerlich. Da sind es bei Ford Octupus etwa 50 % Ersparnis.

    Hier mal meine Überlegungen:

    • Argument vorzeitige Batteriealterung: Ist ein Argument, deshalb würde ich Leasing über 3 Jahre vorziehen, aber auch generell in Hinblick auf den Innovationszyklus im Bereich E-Auto, isb Akkus.
    • VW, Skoda scheidet aus, da nur v2h und Begrenzung auf 10.000 kWh, wobei ich bei Leasing nicht klar ist, ob ich in 3 Jahren diese 10.000 kWh verbraten kann. Wie ich las, ist bei VW v2g später geplant, es läuft noch ein Pilotprojekt mit Elli.
    • Renault hatte ich ursprünglich wegen AC-Wallbox abgelehnt, technisch weniger effizient, nach KI Schätzung 5 bi 10 % Wandlungsverluste, allerdings: bei Ford und Renault bezahle ich nur den tatsächlich geladenen Strom, von daher sind Wandlungverluste für mich zweitrangig.
    • Wallbox: DC- Octopus energy: 2995 € ohne Montage,
    • Wallbox Renault AC ? Auf Renault Website kein Hinweis auf BiDi Wallbox, nur preiswerte Wallboxen, im Internet werden 1200 € genannt für bidi Wallbox.

    Jetzt mein eigentliches Problem:
    Mit eigener PV-Anlage (7 kWpeak) und Stromspeicher (5 kWh) möchte ich natürlich zunächst den eigenen Strom verwenden. Der kostet mich die entgangene Einspeisevergütung in Höhe von 11 Cent/kWh, gegenüber von 16 Cent (Octupus Webseite) und vermutlich noch mehr bei Mobilize. Sehe ich das so richtig? Wäre da ein dynamischer Stromtarif u.U. sinnvoller? Voraussetzung wäre da wohl eine intelligente Steuerung seitens des Wechselrichter.

    Vielleicht noch zu den Beiträgen Autarkie: Ja, sinnvoll, war auch meine Grundmotivation, meine Anlage ist auch schwarzstartfähig. Ich habe Speicher erst seit Dezember, aber jetzt im Februar deckt Speicher bei wechselhaftem Wetter schon Abend und Nachtbedarf. Ohne große Stromverbraucher wie Wärmepumpe wäre E-Auto Speicher für v2h überdimensioniert.

    Gibt es hier im Forum schon Erfahrungen mit v2g? Bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.

    Mercedes Vaneo BJ. 2005, gekauft 2016
    1985 bi 1993 R4 TL und R4 GTL

  • Klausi
    So ganz verstehe ich deine Strategie auch beim zweiten Lesen nicht. Und warum der BEV Kauf von V2G abhängig sein soll ist mir ein komplettes Rätsel. Und um deiner letzten Frage wegen Erfahrungen zu V2G gibt würde ich großzügig antworten NEIN zumindest für Deutschland. In Frankreich könnte es anders aussehen. Aber die haben dann sehr wahrscheinlich andere Modelle.

    Ein "Modell" zu wählen würde ich nicht in Erwägung ziehen zumindest nicht in Verbindung mit einer proprietären Lösung zu V2G bzw. V2H. Damit bist Du auf die Schnittstellen des jetzt gewählten Herstellers fest genagelt. Wie wir es hier sehen, dann bist Du bereit gemolken zu werden. Und beim übernächsten Kauf fängst von vorne an. Für mich keine gute Idee sich jetzt bereits in Abhängigkeiten zu begeben.

    Aus meiner Sicht muss es anders laufen, da auch schon viele ein BEV, PV und Hausakku haben und oft unklar ist von welchem Hersteller der nächste Wagen sein soll. Es ist ja noch nicht mal klar wie die Energie aus dem Auto Akku ins Haus kommt und ob mit AC oder DC ... wo genau sitzt der Wandler ... wie ist das mit dem Haus / PV gekoppelt ... alles offen derzeit. Was für Einrichtungen werden noch im Stromkasten benötigt, usw. Alles Fragen, die derzeit nur proprietär hierzulande beantwortet werden und das von nur wenigen Herstellern aktuell. Und wenn das quasi wieder ein kommendes Abo-Abzocker Modell wird wie der Lademarkt, dann muss man sich das erst recht noch durch den Kopf gehen lassen.

    Nein, es muss anders laufen., damit das für Privatnutzer überhaupt interessant wird Es muss einen offenen V2H / V2G Standard geben, den man zu Haus installiert. Und zwar völlig unabhängig davon welches BEV und welche PV man hat oder wählt. Dann muss es seitens der EVU´s Verträge für V2G geben (für V2H braucht man keinen Vertrag), die transparent sind und die eine Einspeisevergütung bringen, die so hoch ist, daß die zusätzliche Degradation des Auto Akku abgedeckt ist und einen Gewinn für den Akku Investor erbringen. Selbst nur Geld drehen würde ich nicht machen. Ich habe einen Aufwand damit, investiere und will dafür entlohnt werden.

    Und nur ich als BEV Nutzer darf und kann bestimmen wann ich einspeise via V2G oder meinen BEV Akku zur Netznutzung zur Verfügung stelle. Kommt das nicht so brauche ich überhaupt nicht mehr über V2G nachdenken.

    Wie ich oben schon beschrieb ist V2H dagegen ein komplett anderer Ansatzpunkt. Hier bestimme ich wann ich welche Energie ins Haus verschiebe vom BEV. Und das wird natürlich so gemacht, daß die Autarkie erhöht wird, denn das bringt mir den höchsten Gewinn sprich Netzenergie Ersparnis. Und da V2H auch nur eine verhältnismäßig geringe Nutzzeit haben würde, wird es den BEV Akku auch nur mehr oder weniger belasten. Aber diese Nutzung würde mir zu 100% zu Gute kommen.

    Selbst V2H muss noch genau unter die Lupe genommen werden wie groß der Nutzen überhaupt sein kann im speziellen Use Case. Aber es könnte Use Cases geben, die V2H klar sinnvoll machen. Aber den Energieanbietern noch mehr mit V2G die Taschen füllen, die es hervorragend geschafft haben den öffentlichen Lademarkt möglichst undurchsichtig zu gestalten und um Energie meist doppelt so teuer verkaufen zu können beim externen Laden als zu Haus, da würde ich ohne genaue Kostenrechnung nicht mitmachen wollen.

    Geschweige denn das sensibelste Teil im BEV - den Akku - einer freien Nutzung zur Verfügung zu stellen am besten aus Sicht der EVU´s noch ohne eigene Kontrolle ... aber investieren soll ich als Privatmann. Sorry, aber da stimmt noch ganz gewaltig etwas nicht.

    Es ist / wird eine Gradwanderung mit V2G und auch mit V2H. Und man wird genauestens über das Energiemanagement nachdenken müssen damit auch V2H ein Gewinn wird. Um mal einen sehr wahrscheinlichen Use Case zu nennen für V2H ... es wird für jene PV Nutzer etwas bringen, die bis heute keinen häuslichen Akku haben.

    Für jene, die sich mit (Energie) Autarkie noch nicht auseinander gesetzt haben ein kleine, sehr grobe Rechnung, die natürlich stark den persönlichen Gegebenheiten unterworfen ist. Die aber in typischen EFH Haushalten mehr oder weniger zutrifft.

    Mit einer PV-Anlage von 8 - 15kWp auf dem Dach hat man ohne Akku im Normalfall eine Autarkie von um die 40% (ohne Ausnahmen hier aufzuführen)
    Mit einem Akku von ca. 10-20kWh hat man in der obigen Beispielanlage eine Autarkie von um die 80%.
    Mit V2H könnte man vielleicht auf 90%+ kommen.

    Letzterer Punkt ist eine grobe Annahme, die beiden ersten Punkte beobachte ich bei einigen Anlagen von Bekannten einschließlich meiner Anlage. So kann man erst mal unter groben empirischen Daten nachrechnen welchen Invest man machen könnte um einen V2H Standard im Haus zu implementieren, damit in sinnvoller Zeit ein Breakeven entsteht. Vielleicht wird jetzt klarer warum ich oben auf den Hausverbrauch als eine der relevanten Größen verwiesen habe. Denn der Breakeven wird sehr stark vom persönlichen Verbrauch abhängig sein. Geschweige denn von den ganzen Annahmen, die ich gemacht habe.

    Andere Motive sowas zu installieren wären dann noch Liebhaberei oder weil man die ach so armen Energieanbieter, die in Deutschland mit die höchsten Energiepreise installiert haben, unterstützen will.

    Meine 2 Cents ...

    Viele Grüße,
    Jürgen

    seit April 2025: BMW i4 eDrive40
    seit Februar 2017: BMW 228i Cabrio
    in Q1/2027 geplant: Renault R4 Plein Sud (falls bis dahin endlich erschienen)

  • Argument vorzeitige Batteriealterung: Ist ein Argument, deshalb würde ich Leasing über 3 Jahre vorziehen, aber auch generell in Hinblick auf den Innovationszyklus im Bereich E-Auto, isb Akkus.

    Da derzeit in jedem Modell eine spezifische Wallbox notwendig ist heißt Leasing dann, dass du alle drei Jahre, zumindest bei Hersteller Wechsel, eine Wallbox kaufen/leasen und einen Elektriker bezahlen musst um die zu wechseln. Da dürfte dann von den Almosen, die der Betreiber dir dafür, dass er mit dem Inhalt deines Akkus an der Strombörse Geld verdient, überlässt unterm Strich nicht mehr viel übrig bleiben. Wenn du das nicht willst bist du lange an den einen Hersteller gebunden und an den einen Tarif des Strompartners. Das nenne ich mal Kundenbindung.

    Der Einfluss auf die Alterung soll wohl eher Moderat sein weil die Ladehübe eher gering ausfallen, die machen wohl nie volle Zyklen, eher so 10-20%. Aber mit Leasing dann ja das Problem anderer. Gewinne privatisieren, Verluste spezialisieren, oder wie war das?

  • V2G kommt für mich solange nicht in Frage wie dies ein markengebundes Abomodell ist. Da stimme ich dem Ausserirdischen und Khaosprince 100% zu.

    Autarkieoptimierung mit V2H kommt für mich zunächst nur in Frage. Wie sich immermehr herausstellt spielt die Akkualterung aufgrund von Ladehüben kaum eine Rolle, nicht umsonst verlängern Anbieter von Heimspeichern ihre Garantiezeiten wie bei Fenecon sogar für Bestandsanlagen unter bestimmten Bedingungen

  • Kann mich der Meinung vom @ausserirdischen nur anschließen. V2G passt überhaupt nicht in mein Beuteschema. V2H schon. Sehe das eher als Speichererweiterung für eine vorhandene PV-Anlage.

    Grüße aus dem Havelland 🇩🇪

    R4-Evolution Interessent . . . :)


    Ex-2012 Duster Fahrer, jetzt 2022 Spring mit 24000km . . .

  • Kann mich der Meinung vom @ausserirdischen nur anschließen. V2G passt überhaupt nicht in mein Beuteschema. V2H schon. Sehe das eher als Speichererweiterung für eine vorhandene PV-Anlage.

    Genau so ist es im Grunde technisch ja auch. Das Blöde ist, daß die Rechenmodelle (z.B. auf der Seite der HTW Berlin, die auch die Speicherinspektion jedes Frühjahr rausbringt) zeigen, daß ab einer gewissen Speicherkapazität eine weitere Erhöhung der Systemkapazität in der PV-Anlage nur noch ienige Prozent erbringen. Aber es kommt halt auf den Use Case an, ob sich das lohnt oder nicht.

    Viele Grüße,
    Jürgen

    seit April 2025: BMW i4 eDrive40
    seit Februar 2017: BMW 228i Cabrio
    in Q1/2027 geplant: Renault R4 Plein Sud (falls bis dahin endlich erschienen)

  • Diss wäre für mich erstmal zweitrangig. BEV mit V2H ist erstmal 'ne gute Kombi. Find ich.

    Autofahren oder Häusle versorgen. Wie's grade gebraucht wird . . .

    V2L is ja auch schon 'ne gewisse Variante. 😙

    Grüße aus dem Havelland 🇩🇪

    R4-Evolution Interessent . . . :)


    Ex-2012 Duster Fahrer, jetzt 2022 Spring mit 24000km . . .

  • Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

    Hier nochmal ein Link eines Artikels vergangener Woche zur aktuellen Situation und der Frage der Akku-Alterung durch zusätzliche Ladezyklen:


    Neue Voraussetzungen für bidirektionales Laden: So weit sind die Hersteller
    E-Autos werden zu Netzspeichern. Neue Regeln befreien Rückspeisung von Netzentgelten – aber was bedeutet das für Batterie und Garantie?
    www.ingenieur.de


    Aber auch hier das Renault-Mobilize Angebot sehr wenig konkret.


    Zum Außerirdischen, v2g und v2h seien verschiedene Paar Schuhe: Um im Bild zu bleiben, ich würde sagen zusammengehörige Schuhe. Ich brauche für v2g und v2h (und damit für die Autarkie-Motivation) die Bidi Wallbox des Herstellers, eine proprietäres System, und den entsprechenden Vertrag. Hersteller- und Vertrags-unabhängig funktioniert nur das einseitige Laden des E-Autos und ein PV-Überschussladen.


    Eigentlich lehne ich proprietäre Systeme ab. Aber da ich kurzfristig ein E-Auto kaufen möchte, muss ich mir die genauen Bedingungen anschauen und durchrechnen. Für Mobilize Verso Wallbox finde ich keinen Preis, wird offenbar nur im Paket vermarktet. Aber es ist dann in der Tat so, dass ich Kaufentscheidung zu Gunsten eines Herstellers nach passendem v2g Vertrag u.U. auch v2h Vertrag, treffe.


    Andere Frage, mit Laden unterwegs habe mich nicht beschäftigt: Bietet die Card von Mobilize Vorteile bei öffentlichen Ladesäulen?

    Klausi

    Mercedes Vaneo BJ. 2005, gekauft 2016
    1985 bi 1993 R4 TL und R4 GTL