Klausi
So ganz verstehe ich deine Strategie auch beim zweiten Lesen nicht. Und warum der BEV Kauf von V2G abhängig sein soll ist mir ein komplettes Rätsel. Und um deiner letzten Frage wegen Erfahrungen zu V2G gibt würde ich großzügig antworten NEIN zumindest für Deutschland. In Frankreich könnte es anders aussehen. Aber die haben dann sehr wahrscheinlich andere Modelle.
Ein "Modell" zu wählen würde ich nicht in Erwägung ziehen zumindest nicht in Verbindung mit einer proprietären Lösung zu V2G bzw. V2H. Damit bist Du auf die Schnittstellen des jetzt gewählten Herstellers fest genagelt. Wie wir es hier sehen, dann bist Du bereit gemolken zu werden. Und beim übernächsten Kauf fängst von vorne an. Für mich keine gute Idee sich jetzt bereits in Abhängigkeiten zu begeben.
Aus meiner Sicht muss es anders laufen, da auch schon viele ein BEV, PV und Hausakku haben und oft unklar ist von welchem Hersteller der nächste Wagen sein soll. Es ist ja noch nicht mal klar wie die Energie aus dem Auto Akku ins Haus kommt und ob mit AC oder DC ... wo genau sitzt der Wandler ... wie ist das mit dem Haus / PV gekoppelt ... alles offen derzeit. Was für Einrichtungen werden noch im Stromkasten benötigt, usw. Alles Fragen, die derzeit nur proprietär hierzulande beantwortet werden und das von nur wenigen Herstellern aktuell. Und wenn das quasi wieder ein kommendes Abo-Abzocker Modell wird wie der Lademarkt, dann muss man sich das erst recht noch durch den Kopf gehen lassen.
Nein, es muss anders laufen., damit das für Privatnutzer überhaupt interessant wird Es muss einen offenen V2H / V2G Standard geben, den man zu Haus installiert. Und zwar völlig unabhängig davon welches BEV und welche PV man hat oder wählt. Dann muss es seitens der EVU´s Verträge für V2G geben (für V2H braucht man keinen Vertrag), die transparent sind und die eine Einspeisevergütung bringen, die so hoch ist, daß die zusätzliche Degradation des Auto Akku abgedeckt ist und einen Gewinn für den Akku Investor erbringen. Selbst nur Geld drehen würde ich nicht machen. Ich habe einen Aufwand damit, investiere und will dafür entlohnt werden.
Und nur ich als BEV Nutzer darf und kann bestimmen wann ich einspeise via V2G oder meinen BEV Akku zur Netznutzung zur Verfügung stelle. Kommt das nicht so brauche ich überhaupt nicht mehr über V2G nachdenken.
Wie ich oben schon beschrieb ist V2H dagegen ein komplett anderer Ansatzpunkt. Hier bestimme ich wann ich welche Energie ins Haus verschiebe vom BEV. Und das wird natürlich so gemacht, daß die Autarkie erhöht wird, denn das bringt mir den höchsten Gewinn sprich Netzenergie Ersparnis. Und da V2H auch nur eine verhältnismäßig geringe Nutzzeit haben würde, wird es den BEV Akku auch nur mehr oder weniger belasten. Aber diese Nutzung würde mir zu 100% zu Gute kommen.
Selbst V2H muss noch genau unter die Lupe genommen werden wie groß der Nutzen überhaupt sein kann im speziellen Use Case. Aber es könnte Use Cases geben, die V2H klar sinnvoll machen. Aber den Energieanbietern noch mehr mit V2G die Taschen füllen, die es hervorragend geschafft haben den öffentlichen Lademarkt möglichst undurchsichtig zu gestalten und um Energie meist doppelt so teuer verkaufen zu können beim externen Laden als zu Haus, da würde ich ohne genaue Kostenrechnung nicht mitmachen wollen.
Geschweige denn das sensibelste Teil im BEV - den Akku - einer freien Nutzung zur Verfügung zu stellen am besten aus Sicht der EVU´s noch ohne eigene Kontrolle ... aber investieren soll ich als Privatmann. Sorry, aber da stimmt noch ganz gewaltig etwas nicht.
Es ist / wird eine Gradwanderung mit V2G und auch mit V2H. Und man wird genauestens über das Energiemanagement nachdenken müssen damit auch V2H ein Gewinn wird. Um mal einen sehr wahrscheinlichen Use Case zu nennen für V2H ... es wird für jene PV Nutzer etwas bringen, die bis heute keinen häuslichen Akku haben.
Für jene, die sich mit (Energie) Autarkie noch nicht auseinander gesetzt haben ein kleine, sehr grobe Rechnung, die natürlich stark den persönlichen Gegebenheiten unterworfen ist. Die aber in typischen EFH Haushalten mehr oder weniger zutrifft.
Mit einer PV-Anlage von 8 - 15kWp auf dem Dach hat man ohne Akku im Normalfall eine Autarkie von um die 40% (ohne Ausnahmen hier aufzuführen)
Mit einem Akku von ca. 10-20kWh hat man in der obigen Beispielanlage eine Autarkie von um die 80%.
Mit V2H könnte man vielleicht auf 90%+ kommen.
Letzterer Punkt ist eine grobe Annahme, die beiden ersten Punkte beobachte ich bei einigen Anlagen von Bekannten einschließlich meiner Anlage. So kann man erst mal unter groben empirischen Daten nachrechnen welchen Invest man machen könnte um einen V2H Standard im Haus zu implementieren, damit in sinnvoller Zeit ein Breakeven entsteht. Vielleicht wird jetzt klarer warum ich oben auf den Hausverbrauch als eine der relevanten Größen verwiesen habe. Denn der Breakeven wird sehr stark vom persönlichen Verbrauch abhängig sein. Geschweige denn von den ganzen Annahmen, die ich gemacht habe.
Andere Motive sowas zu installieren wären dann noch Liebhaberei oder weil man die ach so armen Energieanbieter, die in Deutschland mit die höchsten Energiepreise installiert haben, unterstützen will.
Meine 2 Cents ...